Linksjugend Ludwigsburg: Appell an junge Linke – supportet die Gewerkschaften!

23. Juni 2011  Meldungen

Die Gewerkschaften in Deutschland mussten und müssen von linker Seite her viel Kritik einstecken. Ob das ihre Zurückhaltung bei Lohnforderungen war, ob das ihre Zustimmung zu den Agenda-2010-Reformen der rot-grünen Koalition war, ob das ihr hilfloses Zusehen bei der Einführung prekärer Beschäftigung und der wuchernden Zeit- und Leiharbeit war oder ob das ihre stabilisierende Funktion innerhalb des bürgerlich-kapitalistischen Staates ist. Vieles, was aus einer antikapitalistischen und sozialistischen Perspektive radikal kritisiert wird, wurde durch die deutschen Gewerkschaften repräsentiert und abgewunken oder zumindest nicht bekämpft, wie dies von Seiten der Lohnabhängigen und der radikalen Linken teilweise erwartet und getan wurde.

Doch wir werden der täglichen Arbeit der hunderttausenden Gewerkschafter_innen in Deutschland nicht gerecht, wenn wir alle von ihnen über einen Kamm scheren oder ihre Arbeit als kategorisch systemaffirmativ denunzieren. Die Verdianer, IGM-Leute, die Betriebsräte und Vertrauensleute leisten täglich Basisarbeit und kämpfen in Betrieb und Gesellschaft für die Interessen der lohnabhängigen Massen. Das Problem sind nicht die Gewerkschafter_innen, sondern diejenigen Gewerkschaftsspitzen, die mit dem falschen Parteibuch in der Hand lieber ihrem Parteifetisch huldigen, statt konsequent die Interessen der Lohnabhängigen zu vertreten.

Es sind die Gewerkschaftsspitzen, die schon seit Jahren mit den Vertreter_innen des Kapitals auf gut Freund machen, sich auf ihren Gartenparties am Büffet bedienen oder sich auf dem Golfplatz die Havanna anzünden, statt in Konfrontation mit den Ausbeuter_innen und neoliberalen Stellvertreterclowns in den Parlamenten und Ministerien soziale Gerechtigkeit einzufordern.

Wir als linke Aktivist_innen und junge Erwachsene, die, die wir unmissverständlich klar gemacht haben, dass wir in erbitterter Feindschaft zum totalen Ausbeutungssystem des Kapitalismus stehen, wir sollten uns auf die Seite der hunderttausenden Gewerkschafter_innen schlagen und sie in ihrem täglichen Kampf nicht nur ideologisch, sondern auch praktisch unterstützen. Dies kann durch die Unterstützung von Streiks und Aktionen passieren. Aber was man sofort machen kann, ist in die Gewerkschaften einzutreten und sie damit als Mitglied zu unterstützen.

Der Appell lautet also: geht in die Gewerkschaften! Auch ihr werdet mal Lohnabhängige sein oder seid bereits unter der täglichen Fuchtel eines/r Kapitalist_in. Werdet Unterstätzer_innen, werdet Mitglied und werdet linke Gewerkschafter_innen. Denn je mehr Druck von einer linken Basis kommt, je besser wir in den Betrieben als Sozialist_innen und Antikapitalist_innen organisiert sind, desto stärker ist die Waffe, mit der wir uns gegen die Angriffe des Kapitals zur Wehr setzen können.

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