{"id":780,"date":"2012-09-15T10:56:38","date_gmt":"2012-09-15T08:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=780"},"modified":"2012-09-15T10:59:21","modified_gmt":"2012-09-15T08:59:21","slug":"schlecker-girls-are-doing-it-for-themselves","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=780","title":{"rendered":"Schlecker-Girls Are Doing It for Themselves"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_782\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Volles_Haus3.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-782\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-782 \" title=\"Volles_Haus3\" src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Volles_Haus3.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Volles_Haus3.jpg 560w, https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Volles_Haus3-250x123.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-782\" class=\"wp-caption-text\">B\u00fcrgermeister, Vermieter, Schleckerfrauen: Wenn alle am gleichen Strang ziehen, wird das was: Gro\u00dfes Interesse bei der Informationsveranstaltung &#8222;Aus Schleckerfrauen werden Nahversorger&#8220;.<\/p><\/div>\n<p>Die Schlecker-Pleite brachte f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten, die so genannten Schleckerfrauen, eine unvorstellbare Situation: Teilweise schon seit 20 Jahren haben sie vor Ort den Laden geschmissen, immer hat die Kasse gestimmt, sie haben f\u00fcr einen Betriebsrat gestreikt und sich in Arbeitsgerichtsverhandlungen gegen dem\u00fctigende Behandlung am Arbeitsplatz gestemmt. Und jetzt hei\u00dft es, f\u00fcr eine Vermittlung am Arbeitsmarkt seien sie zu unqualifiziert, zu dick, zu alt: &#8222;Sie haben ja noch nicht mal eine abgeschlossene Ausbildung&#8220;, meinte die neue Chefin der Stuttgarter Arbeitsagentur &#8211; f\u00fcr B\u00fcrokraten z\u00e4hlen Erfahrung und Lebensleistung nichts.<\/p>\n<p>Die Schlecker-Pleite brachte aber auch f\u00fcr viele kleinere Orte die Katastrophe f\u00fcr den Ortskern: Rossmann, dm, M\u00fcller und Co winken ab: Die L\u00e4den sind zu klein. Wenn aber der B\u00fcrger im Ortskern kein Klopapier und keine Zahnpasta mehr kaufen kann und sowieso ins Einkaufszentrum fahren muss, dann kauft er dort auch gleich die Br\u00f6tchen, das Gem\u00fcse und die Wurst. Der B\u00e4cker, der Metzger und der t\u00fcrkische Gem\u00fcseladen im Ortskern stehen vor dem Ruin. Kein Wunder also, dass viele besorgte B\u00fcrgermeister h\u00e4nderingend Nachfolger f\u00fcr die Schlecker-L\u00e4den suchen. Haben sie doch die Sorge, dass ihre Ortsmitte stirbt. Und f\u00fcr die Vermieter der L\u00e4den? Viele waren ein Leben lang selbst\u00e4ndig, kriegen deshalb nur eine Mini-Rente. Und der Laden war mit seinen Mieteinnahmen quasi ihre Lebensversicherung f\u00fcrs Alter.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung dieses Dilemmas lautet: <strong>&#8222;Schleckerfrauen werden Nahversorgerinnen&#8220;.<!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Was jetzt passiert? Die oben beschriebenen Interessenvertreter, also die Schleckerfrauen selbst, die B\u00fcrgermeister und die Vermieter mussten an einen Tisch gebracht werden und ziehen jetzt am gleichen Strang: Die Schleckerfrauen betreiben die L\u00e4den weiter. Dazu wurde ein Unternehmensberater gefunden, der aufzeigte, wie es einerseits vor Ort gehen kann: Der Gemeinderat, die Vereine und die Schulen, die Volksbank und die Sparkasse und viele B\u00fcrger m\u00fcssen mitmachen und sich finanziell beteiligen.<\/p>\n<p>Andererseits m\u00fcssen sich die einzelnen L\u00e4den vernetzen, denn es geht auch darum, eine gewisse so genannte Einkaufsmacht zu entwickeln, um mittelfristig marktgerechte Preise bieten zu k\u00f6nnen. Auch dazu wurde eine L\u00f6sung gefunden: Eine Servicegesellschaft organisiert die wirtschaftliche und finanzielle Unterst\u00fctzung und macht den Einkauf, die Finanzbuchhaltung, die Beratung, das Coaching der Mitarbeiterinnen usw.<\/p>\n<p>Dieses Gesamt-Vorhaben wird \u00fcber einen Verein gelenkt, der um Spenden bittet, und an dem man sich finanziell beteiligen kann:<\/p>\n<p>Das Beteiligungskonto lautet: <strong>Institut f\u00fcr Nahversorgung e.V., <\/strong>Konto: 835 665 003, BLZ 604 901 50, Volksbank Ludwigsburg. Sie erhalten automatisch eine Mitteilung als Nachweis \u00fcber Ihre Beteiligung, wenn Sie ihre Adresse mit angeben.<\/p>\n<p>Im Moment geht&#8217;s um viele L\u00e4den rund um Stuttgart. Das Interesse an dem Modell ist aber in ganz Baden-W\u00fcrttemberg, ja in ganz Deutschland vorhanden.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts780&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts780&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schlecker-Pleite brachte f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten, die so genannten Schleckerfrauen, eine unvorstellbare Situation: Teilweise schon seit 20 Jahren haben sie vor Ort den Laden geschmissen, immer hat die Kasse gestimmt, sie haben f\u00fcr einen Betriebsrat gestreikt und sich in Arbeitsgerichtsverhandlungen gegen dem\u00fctigende Behandlung am Arbeitsplatz gestemmt. 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