{"id":475,"date":"2012-02-26T20:59:57","date_gmt":"2012-02-26T18:59:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=475"},"modified":"2012-03-04T08:00:56","modified_gmt":"2012-03-04T06:00:56","slug":"tarifrunde-metall-ein-ende-der-bescheidenheit-ist-angesagt-die-linke-an-der-seite-der-ig-metall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=475","title":{"rendered":"Tarifrunde Metall \u2013 ein Ende der Bescheidenheit ist angesagt! DIE LINKE. an der Seite der IG Metall"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 199px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.nord-sued-netz.de\/system\/files\/nordsuednews\/2009IV\/S3_Moll.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"283\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Gertrud Moll ist Landes- und Bundessprecherin der AG Betrieb und Gewerkschaft<\/p><\/div>\n<p><em>von Gertrud Moll<\/em><\/p>\n<p><strong>Die IG Metall hat nach Diskussionen in den Betrieben ihre Tarifforderung f\u00fcr den Metall- und Elektrobereich mit 3,6 Millionen Besch\u00e4ftigten aufgestellt. Der Vorstand empfiehlt eine Forderung von bis zu 6,5% bei 12 Monaten Laufzeit f\u00fcr die Zeit ab 1.4.2012. Daneben will die IG Metall die unbefristete \u00dcbernahme von Auszubildenden nach der Ausbildung zur Regel machen.\u00a0 Weiter geht es um &#8222;faire Bedingungen in der Leiharbeit&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p>Die IG Metall will gegen\u00fcber den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie durchsetzen, dass Betriebsr\u00e4te, also die Interessenvertreter der Besch\u00e4ftigten in den Firmen, mehr Mitbestimmungsrechte erhalten. Sie sollen dar\u00fcber mitreden, ob, wo, wie lange und in welchem Umfang Leihbesch\u00e4ftigte eingesetzt werden.<br \/>\nDie Forderung von 6,5% wird auch mit dem Nachholbedarf aus dem Jahr 2011 begr\u00fcndet, einem Jahr mit hohen Gewinnen und geringen Entgelterh\u00f6hungen. Die Forderung ist v\u00f6llig gerechtfertigt, es h\u00e4tten ruhig auch volle 6,5% und nicht nur \u201ebis zu 6,5%\u201c sein d\u00fcrfen, besonders wenn man auf die Betriebe schaut, die \u00fcblicherweise in den Arbeitskampf gef\u00fchrt werden \u2013 insbesondere den Automobilbereich und dort die Hochpreis-Autohersteller. <!--more-->Beim Vergleich mit den Forderungen von ver.di f\u00e4llt auf, dass ver.di eine Strukturforderung zugunsten der unteren Entgeltgruppen gestellt hat, nicht aber die IG Metall \u2013 in fast allen Ver\u00f6ffentlichungen wird verschwiegen, dass das Thema an der Basis durchaus diskutiert, aber von der F\u00fchrung abgelehnt wurde. Auf jeden Fall ist es dringend notwendig, dass die Kaufkraft in Deutschland wieder gest\u00e4rkt und die Abh\u00e4ngigkeit von Exporten verringert wird!<br \/>\nZu begr\u00fc\u00dfen ist die Forderung nach der unbefristeten \u00dcbernahme der Auszubildenden. Anders als fr\u00fcher hat die Befristung ihrer \u00dcbernahme in den letzten Jahren stark um sich gegriffen, obwohl immer wieder von den bevorstehenden demographischen Problemen gesprochen wurde \u2013 was die Arbeitgeber nicht dazu bewogen hat, sich junge qualifizierte Besch\u00e4ftigte zu sichern. Auch die Forderungen zur Leiharbeit sind voll zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/cps\/rde\/xchg\/internet\/style.xsl\/7426.htm\">Mit erfreulicher Klarheit stellt die IG Metall in ihrem Infoservice fest<\/a>: \u201eDie IG Metall m\u00fcsste nicht so hart mit Leiharbeitnehmern f\u00fcr sie k\u00e4mpfen, wenn die Politik nicht jahrzehntelang schlecht bezahlte Leiharbeit und Heuern und Feuern tatkr\u00e4ftig gef\u00f6rdert h\u00e4tte. Seit es die Hartz-Gesetze gibt, bestehen f\u00fcr Arbeitgeber, die Leiharbeiter einsetzen wollen, kaum mehr Barrieren. (\u2026). Ende 1980 gab es nur 33 000 Leihbesch\u00e4ftigte. 30 Jahre sp\u00e4ter, Ende 2010, waren es schon fast eine Million. (\u2026)Wenn die Politik lauter gro\u00dfe Steinbrocken in den Weg rollt, kann auch die beste Tarifpolitik sie nicht alle wegr\u00e4umen. Die Politik muss sie selber wieder entfernen. Die IG Metall fordert Gesetze, die festlegen, dass Leiharbeitnehmer vom ersten Tag an die gleiche Bezahlung wie die Stammbesch\u00e4ftigten erhalten. Au\u00dferdem soll die Einsatzzeit der Leihbesch\u00e4ftigten in einem Betrieb wieder auf drei Monate beschr\u00e4nkt werden. Und drittens soll das Parlament wieder ein &#8218;Synchronisationsverbot&#8216; beschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>Damals haben f\u00fcr die Hartz-Gesetze auch eine Reihe hauptamtlicher Gewerkschafter mit SPD-Bundestagsmandat gestimmt, gegen die Beschl\u00fcsse ihrer Gewerkschaften.<br \/>\nFreilich fragen sich viele GewerkschafterInnen, warum DGB, IGM und ver.di erst vor zwei Jahren die Tarifvertr\u00e4ge mit den Leiharbeitgebern verl\u00e4ngert haben. Nur diese Tarifvertr\u00e4ge stehen heute nach dem Arbeitnehmer\u00fcberlassungsgesetz einer Gleichbezahlung von Leiharbeitnehmern im Weg, nachdem die \u201eChristlichen\u201c Gewerkschaften nicht mehr als Gewerkschaften anerkannt sind. &#8211; Ber\u00fccksichtigt werden muss auch die Lage der Besch\u00e4ftigten mit Werkvertr\u00e4gen. Auf Werkvertr\u00e4ge als Ersatz f\u00fcr Leiharbeit wird zunehmend ausgewichen, was den Besch\u00e4ftigten wenig bringt.<\/p>\n<p>Nun laufen im M\u00e4rz Verhandlungen und im April Aktionen an. Viele j\u00fcngere MetallerInnen haben noch nie einen richtigen Tarifkampf erlebt. Die Belegschaften haben oft einen tiefen Strukturwandel durchgemacht: immer mehr ArbeitnehmerInnen geh\u00f6ren zum Angestellten-, immer weniger zum Arbeiterbereich. Es kann spannend werden. Einen Klotz am Bein bildet wie schon im Jahr 1984 der fr\u00fchere \u00a7 116 (heute 146) im SGBIII, der Besch\u00e4ftigte, die von Fernwirkungen eines Arbeitskampfs betroffen werden, ohne Schutz durch Kurzarbeitergeld dastehen l\u00e4sst. Die Schr\u00f6der-Regierung wollte dieses Kohl-Gesetz eigentlich korrigieren, hat es aber \u201evergessen\u201c.<\/p>\n<p>Es ist zu erwarten, dass die Arbeitgeber versuchen, mit einem relativ hohen Angebot einer Einmalzahlung ohne Dauerwirkung der IG Metall den Wind aus den Segeln zu nehmen. Aber die MetallerInnen werden sich durch so eine Taktik nicht hinters Licht f\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts475&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts475&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gertrud Moll Die IG Metall hat nach Diskussionen in den Betrieben ihre Tarifforderung f\u00fcr den Metall- und Elektrobereich mit 3,6 Millionen Besch\u00e4ftigten aufgestellt. Der Vorstand empfiehlt eine Forderung von bis zu 6,5% bei 12 Monaten Laufzeit f\u00fcr die Zeit ab 1.4.2012. Daneben will die IG Metall die unbefristete \u00dcbernahme von Auszubildenden nach der Ausbildung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/475"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=475"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":545,"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/475\/revisions\/545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}