{"id":414,"date":"2012-02-13T00:54:15","date_gmt":"2012-02-12T22:54:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=414"},"modified":"2012-02-13T00:54:15","modified_gmt":"2012-02-12T22:54:15","slug":"wir-konnen-es-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=414","title":{"rendered":"\u00bbWir k\u00f6nnen es besser\u00ab"},"content":{"rendered":"<h2>Besch\u00e4ftigte wollen Schlecker k\u00fcnftig genossenschaftlich selbst verwalten<\/h2>\n<p><em>Aus der Presse: Neues Deutschland<\/em><\/p>\n<div>\n<div>In Stuttgart diskutieren Gewerkschaftler und Mitarbeiterinnen \u00fcber die Umwandlung von Schlecker in eine Genossenschaft. F\u00fcr den ver.di-Bundesvorstand ist das kein Thema.<\/div>\n<p>Die Zukunft der rund 35 000 Schlecker-Besch\u00e4ftigten, \u00fcberwiegend Frauen, ist weiterhin ungewiss. Die Gewerkschaft ver.di l\u00e4dt zu Mitarbeitertreffen ein. Dort werden Brosch\u00fcren verteilt, die die Besch\u00e4ftigten \u00fcber ihre Rechte in einem Insolvenzverfahren aufkl\u00e4ren. Die sind sehr bescheiden, erkl\u00e4rt der Berliner Arbeitsrechtler Benedikt Hopmann. Er hat in den letzten Jahren h\u00e4ufiger Gewerkschaftler verteidigt, die im Schlecker-Imperium kleinste Rechte vor Gericht erk\u00e4mpfen mussten.<!--more-->\u00bbDas letzte Wort beim Insolvenzverfahren haben die Gl\u00e4ubiger. Die Verk\u00e4uferinnen kommen in dem Konzept nicht vor\u00ab. Die Logik des Insolvenzverfahrens zwinge die Verk\u00e4uferinnen, weiter zu arbeiten, damit die M\u00f6glichkeit offen gehalten wird, dass sich ein Unternehmer findet, an den wenigstens ein Teil des Filialnetzes verkauft werden kann.<\/p>\n<p>Doch nicht alle Besch\u00e4ftigen wollen stumm abwarten, was mit ihren Arbeitspl\u00e4tzen geschieht und dabei weitere Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen in Kauf zu nehmen. Vor allem in Baden-W\u00fcrttemberg diskutieren die Besch\u00e4ftigten die Umwandlung von Schlecker in eine von den bisherigen Mitarbeitern verwaltete Genossenschaft. Schlie\u00dflich kennen die Verk\u00e4uferinnen die W\u00fcnsche der Kunden gut und k\u00f6nnten daher f\u00fcr ein entsprechendes Sortiment sorgen. Damit k\u00f6nnten die L\u00e4den auch wieder rentabel gemacht werden. Der Stuttgarter ver.di-Vorsitzende Bernd Riexinger unterst\u00fctzt solche Konzepte ausdr\u00fccklich. \u00bbMit Edeka gibt es schlie\u00dflich in der Branche ein erfolgreiches Genossenschaftsmodell, an dem wir uns orientieren k\u00f6nnen\u00ab, meinte er gegen\u00fcber \u00bbnd\u00ab. Die Stimmung der Verk\u00e4uferinnen sei zumindest im Stuttgarter Raum k\u00e4mpferisch. Deshalb sei in absehbarer Zeit mit Protesten zu rechnen. \u00bbWenn die Filialen erst geschlossen sind, ist es daf\u00fcr eh zu sp\u00e4t\u00ab, res\u00fcmiert Riexinger die Erfahrungen mit den Schlie\u00dfungen bei Karstadt vor zwei Jahren. Der Gewerkschafter, der auch Vorstandsmitglied der Linkspartei von Baden-W\u00fcrttemberg ist, findet auch in seiner Partei Unterst\u00fctzer f\u00fcr die Genossenschaftspl\u00e4ne. Dazu geh\u00f6rt der Bundestagsabgeordnete und gewerkschaftliche Sprecher der Linkspartei, Michael Schlecht. Er betont, dass der Vorschlag von Verk\u00e4uferinnen kommt. Mittlerweile werde das Konzept auf allen Gewerkschaftsebenen diskutiert, so Schlecht.<\/p>\n<p>Dem widerspricht Christiane Scheller von der Pressestelle von der ver.di-Hauptverwaltung. \u00bbDie Diskussion spielt weder bei den Besch\u00e4ftigten noch in der Gewerkschaft zur Zeit eine Rolle\u00ab, erkl\u00e4rt sie gegen\u00fcber \u00bbnd\u00ab. Der Hauptgrund sei, dass bei einem Genossenschaftsmodell die Mitarbeiterinnen Privatverm\u00f6gen einbringen m\u00fcssen. Das aber k\u00f6nne nicht das Ziel gewerkschaftlicher Politik sein.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Anwalt Hopmann, der die Genossenschaftsidee f\u00fcr sinnvoll h\u00e4lt, ist es den Besch\u00e4ftigten nicht zuzumuten, sich mit eigenen Geld an der Sanierung des maroden Unternehmens zu beteiligen. Er schl\u00e4gt vor, den Besch\u00e4ftigtenanteil mit einen Kredit zu finanzieren, f\u00fcr den der Staat b\u00fcrgt. Eine Betriebsr\u00e4tin hat schon einen aktuell-politischen Begriff f\u00fcr die Forderung gefunden: \u00bbWenn wir daf\u00fcr k\u00e4mpfen, k\u00f6nnen wir einen Wulff-Kredit bekommen\u00ab.<\/p>\n<p>Auch Riexinger will die Politik f\u00fcr die Rettung der Jobs in die Pflicht nehmen. \u00bbWenn 35 000 Arbeitspl\u00e4tze in der Autoindustrie betroffen w\u00e4ren, w\u00fcrden sich die Politiker die Klinke in die Hand geben. Aber hier gehe es ja nur um Frauenarbeitspl\u00e4tze, die sind wohl weniger wichtig\u00ab, kritisiert er.<\/p>\n<p>Entscheidend werde die Kampfbereitschaft der Belegschaft sein, meint Anton Kobel, der bei der Gewerkschaft, Handel, Banken und Versicherungen (HBV), die in ver.di aufgegangen ist, die Schleckerkampagne betreute. Mitte der 1990er erk\u00e4mpften sich Verk\u00e4uferinnen gemeinsam mit HBV und sozialen Initiativen gewerkschaftliche Rechte und wehrten sich gegen st\u00e4ndige Schikanen, die als Schlecker-System ber\u00fcchtigt wurden. \u00bbDer Erfolg hat den Besch\u00e4ftigten Mut und einen Begriff von menschlicher W\u00fcrde zur\u00fcck gegeben\u00ab, so Kobel gegen\u00fcber \u00bbnd\u00ab. Darin liegt auch ein Grund, warum manche sich zutrauen, Schlecker selbst zu verwalten<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts414&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts414&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besch\u00e4ftigte wollen Schlecker k\u00fcnftig genossenschaftlich selbst verwalten Aus der Presse: Neues Deutschland In Stuttgart diskutieren Gewerkschaftler und Mitarbeiterinnen \u00fcber die Umwandlung von Schlecker in eine Genossenschaft. 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