{"id":368,"date":"2012-02-09T17:22:34","date_gmt":"2012-02-09T15:22:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=368"},"modified":"2012-02-09T17:22:34","modified_gmt":"2012-02-09T15:22:34","slug":"griechenland-lohnkurzungen-bedrohen-auch-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=368","title":{"rendered":"Griechenland: Lohnk\u00fcrzungen bedrohen auch uns!"},"content":{"rendered":"<p><em>Michael Schlecht<\/em><br \/>\nJetzt sollen die L\u00f6hne auch in der Privatwirtschaft um 20 bis 30 Prozent gek\u00fcrzt, der Mindestlohn auf 590 Euro weiter abgesenkt werden. Renten und Arbeitslosengeld sollen auch noch weiter runter. Und das soll die griechische Wirtschaft retten? Wohl kaum. <!--more-->Seit zwei Jahren wird Griechenland bereits gezwungen das sch\u00e4rfste K\u00fcrzungsprogramm zu fahren, dass es f\u00fcr ein Land in Europa je gab. Das Resultat: Die wirtschaftliche Entwicklung brach seit 2009 um 15 Prozent ein! Wenn die Wirtschaft immer brutaler abgew\u00fcrgt wird, dann gehen auch die Steuereinnahmen zur\u00fcck. Das Staatsdefizit und die Verschuldung steigen weiter an.<br \/>\nJeder mit Vernunft begabte Mensch m\u00fcsste endlich erkennen, dass das Medikament genannt \u201eK\u00fcrzungen\u201c nicht heilt, sondern Gift ist. Davor ist jedoch die Kanzlerin Merkel gefeit. Die Dosis ist eben bislang zu gering, sie muss gesteigert werden! Und: \u201eGriechenland muss diesen schmerzhaften Weg ertragen, nur so kann es wieder gesunden.\u201c Wie bei einem Grippekranken, der vor der Heilung erst einmal richtig hohes Fieber durchmachen muss.<br \/>\nBereits zu Beginn der Krise in Griechenland hat Merkel monatelang Hilfen der EU verhindert. Anfang Mai 2010, als das erste \u201eRettungsprogramm\u201c aufgelegt wurde, erkl\u00e4rte sie im Bundestag: Die griechischen \u201eEigenanstrengungen h\u00e4tten wir niemals erreicht, wenn Deutschland zu einem fr\u00fchen Zeitpunkt, wie von fast allen gefordert, finanziellen Hilfen \u2026 zugestimmt h\u00e4tte.\u201c Merkel hat lange verz\u00f6gert um massive Einschnitte zu erzwingen! Auch wenn Griechenland viele hausgemachte Probleme hat, w\u00e4re es ohne die Politik Merkels nie zu dieser f\u00fcr viele Menschen existentiellen Krise gekommen.<br \/>\nDas grundlegende Problem f\u00fcr die \u201eEurokrise\u201c ist das deutsche Lohndumping. Hierzulande sind die L\u00f6hne seit 2000 um preisbereinigt 4,5 Prozent gefallen. Dies gab es in keinem anderen Land. Deshalb tragen die Menschen weniger Geld in die Gesch\u00e4fte, sodass viele andere L\u00e4nder es schwer haben nach Deutschland zu exportieren. Andererseits konnten die Unternehmer mit gedr\u00fcckten L\u00f6hnen die Exporte massiv steigern.<br \/>\nIn der Scherenbewegung von ausgebremsten Importen und steigenden Exporten explodierte der Aushandels\u00fcberschuss. Seit 2000 haben deutsche Unternehmer f\u00fcr 1,4 Billionen Euro mehr ins Ausland verkauft als von Deutschland eingekauft wurde. Auch 2011 betrug der Aushandels\u00fcberschuss nahezu 160 Milliarden Euro!<br \/>\nWenn ein Land laufend massive Export\u00fcbersch\u00fcsse erzielt, dann m\u00fcssen sich die anderen L\u00e4nder best\u00e4ndig verschulden. Nur so k\u00f6nnen sie diese \u00dcbersch\u00fcsse bezahlen. Das deutsche Lohndumping und die Schulden der europ\u00e4ischen Krisenl\u00e4nder sind zwei Seiten derselben Medaille.<br \/>\nDie vor allem von Merkel vorangetrieben K\u00fcrzungen in den Krisenl\u00e4ndern drohen auch die Besch\u00e4ftigen in Deutschland r\u00fcckwirkend zu treffen. Die Exportauftr\u00e4ge gehen zur\u00fcck. Es droht der wirtschaftliche R\u00fcckgang. Sp\u00e4testens dann wird auch die Lohnentwicklung versch\u00e4rft unter Druck geraten. \u201eLohnstopp, Lohnverzicht!\u201c Das wird der Schlachtruf der Unternehmer und der Journaille sein. Um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber dem Ausland wieder zu st\u00e4rken.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts368&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts368&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Schlecht Jetzt sollen die L\u00f6hne auch in der Privatwirtschaft um 20 bis 30 Prozent gek\u00fcrzt, der Mindestlohn auf 590 Euro weiter abgesenkt werden. 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