{"id":1646,"date":"2019-03-08T15:32:34","date_gmt":"2019-03-08T13:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1646"},"modified":"2019-08-13T10:01:52","modified_gmt":"2019-08-13T08:01:52","slug":"der-kampf-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1646","title":{"rendered":"Der Kampf geht weiter"},"content":{"rendered":"\n<p>Laura Meschede zum <strong>Internationalen Frauentag <\/strong>(aus der Jungen Welt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Frauenrechte \u2013 eine wichtige Sache.\nDa sind sich alle einig: die Politik, die Medien, die Wirtschaft. Und daher ist\nauch der Frauentag in Deutschland ein wichtiger Tag. Sogar f\u00fcr die Kanzlerin.\n\u00bbDer Kampf f\u00fcr die Gleichberechtigung der Frauen geht weiter\u00ab, hat sie letztes\nJahr am 8. M\u00e4rz in einer Rede verk\u00fcndet. Eine Rede, in der sie sich explizit an\ndie Frauen gewandt hat, wegen, na ja, des historischen Datums. Gewundert hat\ndas niemanden. Die Bundeskanzlerin ist schlie\u00dflich eine Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei m\u00fcsste die Tatsache, dass eine\nder m\u00e4chtigsten Frauen der Welt den Internationalen Frauentag f\u00fcr eine gute\nSache h\u00e4lt, eigentlich durchaus verwundern. Denn historisch war dieser Tag\nmitnichten ein Feiertag f\u00fcr die M\u00e4chtigen. Dass es \u00fcberhaupt einen Frauentag in\nDeutschland gibt, ist Verdienst einer Kommunistin: Clara Zetkin. Und dass\ndieser Tag international am 8. M\u00e4rz begangen wird, haben etwas sp\u00e4ter auch die\nKommunistinnen festgelegt: um an den Streik der Textilarbeiterinnen in Russland\nzu erinnern, der als Beginn der Februarrevolution gilt. Frauenkampf, das war\nf\u00fcr die, die den Frauentag begonnen und etabliert haben, Klassenkampf von\nunten. Und damit das Gegenteil von dem, was eine Bundeskanzlerin wollen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn heute an die Urspr\u00fcnge des\nFrauentages erinnert wird, dann fast immer selektiv: Die SPD beispielsweise\ndenkt gerne daran, wie SPD-Mitglied Clara Zetkin den Tag als Kampftag f\u00fcr das\nFrauenwahlrecht etabliert hat \u2013 und weniger gerne daran, dass dieses \u00bbder\nsozialistischen Auffassung gem\u00e4\u00df\u00ab verwirklicht werden sollte, was soviel hie\u00df\nwie: im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Kapitalismus. Oder daran, dass\nClara Zetkin wenig sp\u00e4ter die SPD verlassen hat, weil der Parteif\u00fchrung\nebendiese sozialistische Auffassung fl\u00f6tengegangen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte diese Geschichten als\nhistorisches Gew\u00e4sch abtun und sich dar\u00fcber freuen, dass Frauenrechte endlich\nin der vielzitierten \u00bbMitte der Gesellschaft\u00ab angekommen sind. Aber so einfach\nist es nicht. Denn an den meisten der Ver\u00e4nderungen, die es br\u00e4uchte, um die\nSituation der lohnabh\u00e4ngigen Frauen zu verbessern, haben die M\u00e4chtigen schlicht\nkein Interesse. Der Hauptgrund f\u00fcr den geringeren Verdienst von Frauen\nbeispielsweise ist die unbezahlte Sorgearbeit: Frauen arbeiten Teilzeit, um\nsich um ihre Kinder oder pflegebed\u00fcrftigen Eltern zu k\u00fcmmern. Weil es nicht\ngen\u00fcgend Kitapl\u00e4tze gibt und weil Pflegeeinrichtungen zu teuer sind. 73 Prozent\naller Pflegebed\u00fcrftigen werden in Deutschland zu Hause versorgt. Weil vor allem\nFrauen diese Arbeit machen, verdienen sie weniger Geld. Sie geraten in die\n\u00f6konomische Abh\u00e4ngigkeit von M\u00e4nnern und bekommen weniger Rente.<\/p>\n\n\n\n<p>All das ist bekannt. Aber: Mit\n\u00bbFeminismus\u00ab, mit Frauenkampf, wird der Kampf gegen diese Probleme heute kaum assoziiert.\nStatt dessen werden als Feministinnen schwerreiche Promis wie Beyonc\u00e9 oder\nMichelle Obama pr\u00e4sentiert und \u00fcber die Zahl der weiblichen CEOs diskutiert. Da\nkann sich dann auch eine Bundeskanzlerin einreihen. Es ist an der Zeit, das zu\n\u00e4ndern. Die M\u00e4chtigen haben die Frauenbewegung gekapert. Zeit, sie sich\nzur\u00fcckzuholen. Der 8. M\u00e4rz ist ein guter Tag f\u00fcr Frauen, um zu k\u00e4mpfen. Als\nBewegung \u2013 und um die Bewegung. Der Kampf gegen die Ausbeutung von Frauen geht\nweiter.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1646&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1646&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laura Meschede zum Internationalen Frauentag (aus der Jungen Welt) Frauenrechte \u2013 eine wichtige Sache. 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