{"id":1398,"date":"2017-11-29T18:41:49","date_gmt":"2017-11-29T16:41:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1398"},"modified":"2017-12-11T22:52:02","modified_gmt":"2017-12-11T20:52:02","slug":"jochen-prandhoff-brauchen-wir-den-oeffentlichen-rechtlichen-rundfunk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1398","title":{"rendered":"Jochen Prandhoff: Brauchen wir den \u00d6ffentlichen-Rechtlichen Rundfunk?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1399\" style=\"width: 232px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1399\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1399 size-medium\" src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Jochen-222x300.png\" alt=\"\" width=\"222\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Jochen-222x300.png 222w, https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Jochen-296x400.png 296w, https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Jochen.png 352w\" sizes=\"(max-width: 222px) 100vw, 222px\" \/><p id=\"caption-attachment-1399\" class=\"wp-caption-text\">Jochen Prandhoff f\u00fcrchtet die Einschr\u00e4nkung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Runkdfunks und -Fernsehens<\/p><\/div>\n<p><strong>Angriff auf den \u00d6ffentlich-Rechtlichen Rundfunk<\/strong><br \/>\n<em><strong>Gew\u00fcnschte demokratische Kontrolle durch die Medien:<\/strong><\/em><\/p>\n<p>1.) Zeitungen und Zeitschriften<br \/>\n2.) Privater H\u00f6rfunk und Privatfernsehen<br \/>\n3.) Die \u201e\u00d6ffentlich-Rechtlichen\u201c.<\/p>\n<p>Die unter Punkt 1 u. 2 genannten sind private Unternehmen, deren Hauptaufgabe es ist, ihren Besitzern Gewinne zu erwirtschaften. Dass in Einzelf\u00e4llen auch journalistische Ambitionen eine Rolle spielen sei zugestanden.<\/p>\n<p>Hauptzweck jedoch bleibt, vor allem beim Privatfernsehen, den Zuschauer an die Werbung zu verkaufen. Dementsprechend werden Inhalte danach (aus-)sortiert: was bringt Werbeeinnahmen, oder umgekehrt, welche Inhalte k\u00f6nnten vorhandene oder m\u00f6gliche Werbekunden vergraulen.<\/p>\n<p>Durch die in den letzten Jahren stark angestiegene Vielzahl von Publikationen und das Internet wird der Kampf um die Werbekunden immer h\u00e4rter. Wer zum Beispiel Autos herstellt, Jagdausr\u00fcstungen verkauft oder mit fotographischen Artikeln handelt, wird kaum noch z.B. im Stern oder Spiegel inserieren, sondern in den einschl\u00e4gigen Fachzeitschriften, wo er mit Sicherheit \u201eseine\u201c Kundschaft erreicht. Oft machen sich Gro\u00dfverlage dabei selbst Konkurrenz, wenn sie ihrem \u201eneutralen\u201c Blatt auch noch vielerlei Fachzeitschriften gegen\u00fcberstellen. Es wird bei diesen Prozessen nicht mehr Werbung geschaltet, sie wird nur \u2013 hausintern \u2013 verlagert\u2026<!--more--><\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte naiv sein, in einer Autozeitschrift kritische Artikel \u00fcber den neuesten Stand des Dieselskandals zu finden, oder in der Apothekenzeitung etwas \u00fcber die illegalen Gesch\u00e4fte von habgierigen \u00c4rzten mit Apotheken zu erfahren. Wir konstatieren also: private Medien begleiten Vorg\u00e4nge in Politik und Gesellschaft kritisch nur insofern, als es ihrem Gesch\u00e4ft nicht schadet, oder dem politischen Weltbild der jeweiligen Besitzer nicht zuwiderl\u00e4uft. Das war schon immer so.<\/p>\n<p><em><strong>Neuer ist der rasch zunehmende finanzielle Druck, unter dem nicht zuletzt auch regionale und \u00fcberregionale Zeitungen stehen.<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>Die \u201e\u00d6ffentlich-Rechtlichen\u201c sind, was neutrale und kritische Berichterstattung anbetrifft, beileibe nicht immer das lobenswerte Gegenteil \u2013 hier sei nur die h\u00e4ufig kritisierte mangelnde Staatsferne in ihren Aufsichtsgremien erw\u00e4hnt. Aber immerhin gibt es, neben einigerma\u00dfen neutralen und umfassenden Nachrichtensendungen, doch viele kritische, politische Magazine und dar\u00fcber hinaus viele investigative Dokumentarsendungen. Als Beispiel der letzten Tage seien hier nur die Dokus zu den Themen\u201e Paradise Papers\u201c und Rente erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Die kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen und umfassende Information \u00fcber dessen Entwicklung samt Hintergr\u00fcnden unter Nennung von Ross und Reiter geschieht haupts\u00e4chlich in den \u201e\u00d6ffentlich-Rechtlichen\u201c und zunehmend auch in deren Internetplattformen. ( Wer vor allem auch j\u00fcngere Zuschauer erreichen will, ist gezwungen in diesem Medium pr\u00e4sent zu sein. )<\/p>\n<p>Damit kommt es zwangsl\u00e4ufig zum Konflikt mit den privaten Medien, denen durch die Internetpr\u00e4senz der \u201e\u00d6ffentlichen\u201c Werbeinnahmen verloren gehen, so ihre laute Klage. Und dies in der eingangs beschriebenen Situation. So ist es kein Wunder, das nicht nur von der AFD, sondern auch aus den Kreisen der privaten Verleger und Fernsehveranstalter immer \u00f6fter der Ruf nach R\u00fcckschnitt der \u00d6ffentlich-Rechtlichen ert\u00f6nt, wenn nicht sogar deren Daseinsberechtigung und die Erhebung der \u201eZwangsgeb\u00fchren\u201c in Frage gestellt wird.<\/p>\n<p>In der Schweiz l\u00e4uft gerade ein Volksbegehren mit dem Ziel, die \u201eZwangsgeb\u00fchren\u201c abzuschaffen. Danach sollte nur zahlen m\u00fcssen, wer das SRF tats\u00e4chlich nutzt \u2013 und dann nur f\u00fcr die Sendungen, die er wirklich anschaut! Das w\u00e4re das Ende einer von wirtschaftlichen Interessen unabh\u00e4ngigen, kritischen Berichterstattung.<\/p>\n<p>Wir sollten das Thema im Auge behalten, und falls es auch bei uns weiter hochkocht &#8211; die Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz im Oktober zu diesem Thema und eine geplante im Fr\u00fchjahr sind erste Alarmzeichen &#8211; auf die Tagesordnung nehmen und rechtzeitiger unsere kritische Stimme erheben, als wir das bei CETA und TTIP getan haben\u2026.!<\/p>\n<p>Jochen Prandhoff 25.11.2017<\/p>\n<p>( Heidelberg )<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1398&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1398&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angriff auf den \u00d6ffentlich-Rechtlichen Rundfunk Gew\u00fcnschte demokratische Kontrolle durch die Medien: 1.) 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