{"id":139,"date":"2011-06-11T13:23:54","date_gmt":"2011-06-11T11:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=139"},"modified":"2011-08-15T10:17:43","modified_gmt":"2011-08-15T08:17:43","slug":"funf-prozent-mehr-fur-zwei-jahre-stuttgarter-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=139","title":{"rendered":"F\u00fcnf Prozent mehr f\u00fcr zwei Jahre (Stuttgarter Zeitung)"},"content":{"rendered":"<p>11. Juni 2011<br \/>\n<strong>Der Pilotabschluss f\u00fcr den Einzelhandel im S\u00fcdwesten l\u00f6st an der Verdi-Basis Unmut aus. <\/strong><\/p>\n<p><em>Von Matthias Schiermeyer<\/em><\/p>\n<p>Nach mehr als 16-st\u00fcndigen Verhandlungen ist dem Handelsverband Baden-W\u00fcrttemberg und der Gewerkschaft Verdi gestern gegen vier Uhr in der Fr\u00fche ein Pilotabschluss f\u00fcr den Einzelhandel gelungen. Demnach werden die Tarifgeh\u00e4lter nach zwei sogenannten Nullmonaten (April und Mai) zum 1. Juni um drei Prozent erh\u00f6ht. Eine zweite Stufe von zwei Prozent tritt genau ein Jahr sp\u00e4ter in Kraft. Im April 2012 gibt es f\u00fcr Vollzeitbesch\u00e4ftigte (Teilzeitbesch\u00e4ftigte anteilig) noch eine Einmalzahlung von 50 Euro oben drauf. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten bis Ende M\u00e4rz 2013.<!--more--><br \/>\nZus\u00e4tzlich erhalten viele Verk\u00e4uferinnen und Verk\u00e4ufer mehr Urlaub. Die altersabh\u00e4ngige Staffelung mit 32 bis 36 Tagen wurde aufgehoben, so dass alle Mitarbeiter auf einheitlich 36 Werktage oder volle sechs Wochen Urlaub kommen (Teilzeitkr\u00e4fte anteilig). Das hei\u00dft f\u00fcr unter 25-J\u00e4hrige: vier Tage mehr. Diese Regelung soll nach Ansicht der Tarifpartner m\u00f6gliche Diskriminierungstatbest\u00e4nde nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz beseitigen.<\/p>\n<p>Die in der sechsten Verhandlungsrunde erzielte Einigung gilt zun\u00e4chst nur f\u00fcr die 220 000 Besch\u00e4ftigten im S\u00fcdwesten, d\u00fcrfte jedoch mit Abweichungen auf die anderen Tarifgebiete \u00fcbertragen werden. Entsprechende Erwartungen \u00c4u\u00dferte die Verdi-Vize Margret M\u00f6nig-Raane. Sie sprach von &#8222;akzeptablen Entgeltsteigerungen&#8220; und lobte insbesondere die Gleichstellung j\u00fcngerer Mitarbeiter bei der Zahl der Urlaubstage sowie beim Urlaubsgeld.<\/p>\n<p>Auch auf Seiten der baden-w\u00fcrttembergischen Arbeitgeber, die die Verhandlungen z\u00fcgig wie nie zuvor betrieben hatten, herrschte Erleichterung: &#8222;Der Abschluss ist f\u00fcr unsere wirtschaftlich uneinheitliche Branche gerade noch vertretbar&#8220;, sagte der Vorsitzende der Tarifkommission Philip Merten. Die Einigung gebe den Raum, die Gespr\u00e4che mit Verdi \u00fcber ein tarifliches Basisentgelt konzentriert fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Auf Bundesebene ist die Zufriedenheit weniger ausgepr\u00fcgt. Am Dienstag will sich der tarifpolitische Ausschuss des Handelsverband Deutschland (HDE) mit dem Pilotabschluss befassen. Dessen Vorsitzender Rainer Marschaus erwartet eine kontroverse Diskussion. &#8222;Eine Eins-zu-eins-\u00dcbernahme wird nicht erfolgen&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>Erstmals hatte Bernhard Franke f\u00fcr Verdi die Verhandlungen gef\u00fchrt. Nach durchwachter Nacht musste er sich gestern Vormittag bei der Abschlussversammlung im DGB-Haus viel Kritik anh\u00f6ren. &#8222;Die Reaktionen sind recht gespalten&#8220;, sagte er der StZ. Mindestens die H\u00e4lfte der Streikenden &#8222;ist nicht zufrieden mit dem Ergebnis &#8211; die h\u00e4tten sich mehr gew\u00fcnscht und mehr zugetraut.&#8220; Gerade die &#8222;jungen Wilden&#8220; von H&amp;M h\u00e4tten zum Teil scharf ihren Unmut ge\u00e4\u00dfert. Die Mitglieder h\u00e4tten engagiert gestreikt. Deshalb &#8222;waren wir in der Tat nicht am Ende der Fahnenstange angelangt, sondern h\u00e4tten noch Kraft gehabt&#8220;. Dennoch m\u00fcsse man einen Konflikt auch<br \/>\ngeordnet beenden k\u00f6nnen. &#8222;Ich finde, dass wir keinen schlechten Abschluss zustande gebracht haben&#8220;, sagte Franke. In diesem Tarifjahr geh\u00f6re die Vereinbarung zu den besten auf Arbeitnehmerseite.<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft zu mehreren landesweiten Streiktagen aufgerufen, an denen sich etliche tausend Besch\u00e4ftigte beteiligten. Damit habe Verdi die Absprachen der Arbeitgeber &#8222;geh\u00f6rig durcheinandergewirbelt&#8220;, so Franke. Der Verhandlungspartner sei \u00fcber den einen oder anderen Schatten gesprungen. Nicht durchsetzen konnte Verdi jedoch, dass die Anzahl der Leiharbeitsverh\u00e4ltnisse zu Gunsten von Stammbesch\u00e4ftigten tarifvertraglich begrenzt wird &#8211; ebenso wenig die Forderung nach gleichem Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit. &#8222;Da waren die Arbeitgeber \u00fcberhaupt nicht bereit, irgendwelche Regelungen zu treffen&#8220;, sagte Franke. Das Thema bleibe nun unternehmensbezogenen Auseinandersetzungen vorbehalten.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts139&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts139&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mindestens die H\u00c3\u0192\u00c2\u00a4lfte der Streikenden \u00c3\u00a2\u00e2\u201a\u00ac\u00c5\u00beist nicht zufrieden mit dem Ergebnis &#8211; die<br \/>\nh\u00c3\u0192\u00c2\u00a4tten sich mehr gew\u00c3\u0192\u00c2\u00bcnscht und mehr zugetraut.\u00c3\u00a2\u00e2\u201a\u00ac\u00c2\u009d Gerade die \u00c3\u00a2\u00e2\u201a\u00ac\u00c5\u00bejungen Wilden\u00c3\u00a2\u00e2\u201a\u00ac\u00c2\u009d von H&#038;M h\u00c3\u0192\u00c2\u00a4tten zum Teil scharf<br \/>\nihren Unmut ge\u00c3\u0192\u00c2\u00a4u\u00c3\u0192\u00c5\u00b8ert. 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