{"id":1323,"date":"2017-11-07T09:48:08","date_gmt":"2017-11-07T07:48:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1323"},"modified":"2017-11-07T09:48:08","modified_gmt":"2017-11-07T07:48:08","slug":"neues-deutschland-autobauer-nutzen-weiter-schlupfloecher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1323","title":{"rendered":"Neues Deutschland: Autobauer nutzen weiter Schlupfl\u00f6cher"},"content":{"rendered":"<h2>ICCT: Realer Spritverbrauch h\u00f6her als im Testbetrieb<\/h2>\n<div class=\"Content\">\n<p>Berlin. Neuwagen in Europa verbrauchen einer Studie zufolge immer noch viel mehr Sprit als von den Herstellern angegeben. Demnach liegt der reale Kraftstoffverbrauch neuer Pkw im Durchschnitt um 42 Prozent h\u00f6her als im Testbetrieb. Das ist das Ergebnis einer am Montag vorgestellten Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT). Demnach hat es trotz gegenteiliger Versprechen der Autoindustrie keine Fortschritte gegeben.<\/p>\n<p>Der h\u00f6here Verbrauch bedeute nicht nur eine st\u00e4rkere Belastung der Umwelt etwa durch mehr CO2-Aussto\u00df, sondern auch Mehrkosten f\u00fcr die Autofahrer f\u00fcr Sprit von rund 400 Euro pro Jahr. Noch vor zehn Jahren betrug die Differenz zwischen dem von den Herstellern ver\u00f6ffentlichten und dem real gemessenen Verbrauch nur etwa 15 Prozent, wurde ICCT-Europa-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Mock zitiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Studie kommt kurz vor neuen Vorschl\u00e4gen der EU-Kommission am Mittwoch zur Versch\u00e4rfung der zul\u00e4ssigen CO2-Werte f\u00fcr die Jahre 2021 bis 2030; erwartet werden deutliche Reduzierungen. Als CO2-Flottenzielwerte f\u00fcr Neufahrzeuge hat die EU bereits 95 Gramm pro Kilometer f\u00fcr das Jahr 2021 festgelegt.<\/p>\n<p>Um diese Ziele zu erreichen, ist f\u00fcr die Hersteller vor allem der Diesel wichtig. Viele Dieselautos sto\u00dfen bei vergleichbarer Motorleistung laut Branche weniger CO2 aus als Benziner. Angesichts des Diesel-Abgasskandals und drohender Fahrverbote in Innenst\u00e4dten sinkt der Diesel-Marktanteil bei Neuwagen aber seit Monaten.<\/p>\n<p>Der Kraftstoffverbrauch von Pkw wird unter einheitlichen Bedingungen in Testlabors ermittelt. Seit September gilt f\u00fcr neue Fahrzeugtypen das Testverfahren WLTP, das von September 2018 an dann f\u00fcr alle neuen Pkw zur Pflicht wird. Die ICCT-Forscher erwarten, dass der WLTP die realen Fahrbedingungen genauer widerspiegelt. Es gebe aber auch beim neuen Ansatz \u00bbSchlupfl\u00f6cher\u00ab, sagte Mock. Notwendig seien Stra\u00dfentests unter realen Fahrbedingungen.<\/p>\n<p>Umweltverb\u00e4nde nutzten die Untersuchung zu scharfer Kritik an der Autoindustrie. \u00bbDie Spritverbrauchsl\u00fcge der Autoindustrie wird immer offenkundiger\u00ab, sagte NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller. Die Ergebnisse m\u00fcssten ein letzter Weckruf f\u00fcr die EU-Kommission sein, mit dem angek\u00fcndigten Gesetzespaket ein ambitioniertes Konzept vorzulegen. Barbara Metz von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kritisierte: \u00bbDie in Regierungsverantwortung stehenden Politiker schauen dem Treiben der Autohersteller schon viel zu lange tatenlos zu.\u00ab Die stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin forderte Sanktionen bei zu hohen Abweichungen. Um m\u00f6glichst kosteng\u00fcnstig CO2-Ziele einhalten zu k\u00f6nnen, nutzten die Konzerne Schlupfl\u00f6cher beim Testverfahren \u00bbschamlos\u00ab aus, anstatt den Verbrauch tats\u00e4chlich zu reduzieren, kritisierte der Verkehrsexperte des Verkehrsclubs VCD, Michael M\u00fcller-G\u00f6rnert: \u00bbDie Zeche zahlen die Autofahrer.\u00ab<\/p>\n<p>Greg Archer von der Umweltorganisation Transport &amp; Environment forderte Br\u00fcssel auf, ehrgeizige Vorschl\u00e4ge zu machen &#8211; auch mit Blick auf die laufende Klimakonferenz in Bonn. \u00bbWenn Vizepr\u00e4sident Sefcovic und Kommissar Ca\u00f1ete es ernst mit der Senkung der CO2-Emissionen aus dem Verkehr meinen, sollten sie eine Minderung des Aussto\u00dfes bei neuen Autos um 45 Prozent von 2020 bis 2030 sowie ein verpflichtendes Ziel f\u00fcr Null-Emissions-Fahrzeuge anstreben\u00ab, sagte Archer. \u00bbAlles, was dahinter zur\u00fcck bleibt, w\u00fcrde bedeuten, dass ihre Forderungen nach einer F\u00fchrungsrolle Europas in der Klimapolitik bei der Konferenz in dieser Woche genauso vorget\u00e4uscht w\u00e4ren wie die Testergebnisse der Autobauer.\u00ab dpa\/nd<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"Link\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1069260.autobauer-nutzen-weiter-schlupfloecher.html\">https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1069260.autobauer-nutzen-weiter-schlupfloecher.html<\/a><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1323&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1323&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ICCT: Realer Spritverbrauch h\u00f6her als im Testbetrieb Berlin. 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