{"id":1073,"date":"2015-02-11T12:11:42","date_gmt":"2015-02-11T10:11:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1073"},"modified":"2015-02-11T12:11:42","modified_gmt":"2015-02-11T10:11:42","slug":"gertrud-moll-kommentar-zur-woche-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1073","title":{"rendered":"Gertrud Moll: Kommentar zur &#8222;Woche der Zukunft&#8220;"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 199px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.nord-sued-netz.de\/system\/files\/nordsuednews\/2009IV\/S3_Moll.jpg\" width=\"189\" height=\"283\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Gertrud Moll<\/p><\/div>\n<p>Liebe Genossinnen, liebe Genossen!<\/p>\n<p>Vor einem halben Jahr habe ich mich gefreut \u00fcber die Ank\u00fcndigung einer Kampagne der LINKEN, die sich u.a. mit Fragen der prek\u00e4ren Arbeit, der guten Arbeit, der Gesundheit der Besch\u00e4ftigten und der Arbeitszeit auseinandersetzen sollte.<\/p>\n<p>Was ich bisher lese, klingt in meinen Ohren weitgehend abgehoben und weit weg vom Lebensalltag!<\/p>\n<p>Der Kongress beginnt nun an einem Donnerstag. Welche erwerbst\u00e4tigen GenossInnen k\u00f6nnen sich mal so eben einen Donnerstag und Freitag f\u00fcr einen Kongress freinehmen? Wer ist damit schon einmal von vornherein ausgeschlossen?<\/p>\n<p>Abgehoben scheint mir z.B. die Fragestellung in dem Roboter-Artikel, da frage ich mich: warum reden wir nicht dar\u00fcber, wie wir die Besch\u00e4ftigten in der R\u00fcstungsindustrie und der Bundeswehr und ihre Gewerkschaften dazu bewegen k\u00f6nnen, diese Arbeit in Frage zu stellen? Die werde ich immer noch eher zum Nachdenken kriegen als eine Drohne und einen Roboter. Diese Diskussionen laufen in IGM und ver.di, und dort m\u00fcssen wir uns beteiligen und daraus ganz konkret Antr\u00e4ge f\u00fcr Gewerkschaftstage produzieren!<!--more--><\/p>\n<p>Der Artikel \u00fcber Crowdsourcing scheint mir ein recht kleines Segment der IT-Besch\u00e4ftigten zu betreffen. Prekariat in der IT-Industrie sind f\u00fcr mich in erster Linie die vielen Werkvertragsbesch\u00e4ftigten und einige LeiharbeitnehmerInnen, die zwar immer noch viel mehr verdienen als Prek\u00e4re in Fertigung und Logistik, aber immer die Festbesch\u00e4ftigten mit wesentlich h\u00f6herem Einkommen und vor allem unbefristeten Jobs vor Augen haben, die fast die gleiche Arbeit machen wie sie.\u00a0 \u00dcber die zu schreiben, ist zwar nicht so spannend wie \u00fcber Crowdsourcing, weil es die schon seit zwanzig oder drei\u00dfig Jahren gibt, aber es ist n\u00e4her an der realen Arbeitswelt der immer anwachsenden Zahl der IT-ler.<\/p>\n<p>Zum Artikel von H.-J. Arlt \u00fcber die &#8222;linke Glorifizierung von Arbeit&#8220; &#8211; ein typischer Ausschnitt:<\/p>\n<p>Der Arbeitstag eines Managers mit Sitzungen, Fl\u00fcgen und Arbeitsessen wird hundertmal besser bezahlt als der einer Sekret\u00e4rin, die das alles organisiert, gebucht, zehnmal wieder ge\u00e4ndert und als Terminplan dem Kerl und dessen Chauffeur in die Hand gedr\u00fcckt hat.<\/p>\n<p>In dem Betrieb &#8211; mit \u00fcber 10 000 Besch\u00e4ftigten &#8211; in dem ich bis vor kurzem Betriebsr\u00e4tin war, stimmt dieses Gehaltsverh\u00e4ltnis 1:100 vielleicht f\u00fcr f\u00fcnf Manager (von etwa 500). Sekret\u00e4rinnen &#8211; jedenfalls in der Metallindustrie &#8211; werden nicht so schlecht bezahlt, wie es H.-J. Arlt annimmt, und die vielen Sekret\u00e4rinnen, die ich betreut habe, machen ihre Arbeit im Allgemeinen ganz gern, werden auch in ihrer Abteilung respektiert und w\u00fcrden dem Autor die Augen auskratzen, wenn er versuchen w\u00fcrde, sie davon zu &#8222;befreien&#8220;.\u00a0 So gut wie keine hat einen Chef mit Chauffeur.<\/p>\n<p>Glorifizierung von prek\u00e4rer Arbeit w\u00e4re in der Tat sehr verfehlt. Aber die prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigten, die ich kenne, w\u00fcnschen sich keine Befreiung von Arbeit, sondern anst\u00e4ndig bezahlte, interessante und unbefristete Arbeit. Hier sehe ich unsere Aufgaben!<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Gertrud Moll, AG Betrieb und Gewerkschaft<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1073&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1073&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Genossinnen, liebe Genossen! 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