{"id":1005,"date":"2014-07-17T16:44:31","date_gmt":"2014-07-17T14:44:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1005"},"modified":"2014-07-17T16:49:03","modified_gmt":"2014-07-17T14:49:03","slug":"kampagne-prekare-beschaftigung-und-prekare-lebensverhaltnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/?p=1005","title":{"rendered":"Kampagne prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung und prek\u00e4re Lebensverh\u00e4ltnisse"},"content":{"rendered":"<p>Die Diskussion \u00fcber das Projekt Parteientwicklung hat begonnen und die Diskussion \u00fcber das von uns vorgelegte Papier ist in einigen Landesverb\u00e4nden in Gang gekommen und hat zum Teil die Parteigliederungen erreicht. Ein Bestandteil des \u201eKonzeptvorschlages\u201c ist die Verbesserung unserer Kampagnenf\u00e4higkeit und die Aneignung von F\u00e4higkeiten und Handwerkzeug zur Konzeption und Durchf\u00fchrung von Kampagnen. Der Vorschlag, eine langfristig angelegte Kampagne gegen prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung und prek\u00e4re Lebensverh\u00e4ltnisse durchzuf\u00fchren, wurde bei den bisherigen Diskussionen fast ausschlie\u00dflich positiv aufgenommen. In diesem Papier wollen wir deshalb pr\u00e4zisieren, welche Ziele mit einer solchen Kampagne erreicht werden k\u00f6nnen und wie die Anlage dieser Kampagne aussehen kann.<\/p>\n<p>Kampagnen-Fahrplan: <a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/20140709_Fahrplan_Kampagnenvorbereitung_prek\u00e4re_Arbeit_prek\u00e4res_Leben.pdf\">KLICK<\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Warum diese Kampagne:<\/strong><br \/>\nCa. 25 Prozent der Besch\u00e4ftigten und ca. 1\/3 der Bev\u00f6lkerung werden von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgegrenzt und in prek\u00e4re Arbeits- und Lebensverh\u00e4ltnisse abgedr\u00e4ngt. \u201e\u00d6konomisch produziert der Finanzmarktkapitalismus \u2013 erst recht bei seiner Krisenbew\u00e4ltigung durch Austerit\u00e4t \u2013 systembedingt Prekarit\u00e4t und vielf\u00e4ltige Formen sozialer Exklusion, die nur noch wenig mit fr\u00fcheren Formen konjunkturell bedingter Arbeitslosigkeit oder industrieller Reservearmee zu tun haben.\u201c (Sozialismus 4\/2014). Es spricht in der Tat vieles daf\u00fcr, dass dies Ausdruck des vorherrschenden Produktionsmodells und der daran angekn\u00fcpften gesellschaftlichen Organisation ist und sich dauerhaft verfestigen wird. Sowohl in der Produktion verfestigen sich Strukturen, die\u00a0 Kernbelegschaften, Werkvertr\u00e4ge, Leiharbeiter\/innen, Subunternehmer\/innen, Outsourcing in ein flexibles Produktionssystem integrieren. Die Befristung von Arbeitsverh\u00e4ltnissen ohne sachlichen Grund hat sich im 10-Jahreszeitraum mehr als verdoppelt und wird f\u00fcr junge Menschen nach der Ausbildung zur Regel, ebenso wie f\u00fcr Neueinstellungen.<br \/>\nNoch viel weiter verbreitet sind prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse im Dienstleistungssektor. Mini- und Midijobs, strukturelle Unterbesch\u00e4ftigung (Teilzeit, Stundenvertr\u00e4ge, usw.), befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse und auch hier die Zunahme von Werkvertr\u00e4gen sind inzwischen l\u00e4ngst zur Regel geworden, dienen zur Lohndr\u00fcckerei und verst\u00e4rkten Ausbeutung der Besch\u00e4ftigten. Selbst im \u00f6ffentlichen Dienst wird prek\u00e4re Arbeit durch Outsourcing, Privatisierung und befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse verbreitet. In den Universit\u00e4ten z.B. gehen befristete Arbeit und strukturelle Unterbesch\u00e4ftigung Hand in Hand. In der Regel reduziert sich die Teilzeitbesch\u00e4ftigung auf die Teilzeitbezahlung und \u00fcbersteigt bei den Arbeitsstunden h\u00e4ufig eine geregelte Vollzeitbesch\u00e4ftigung.<br \/>\nDie verschiedenen Formen prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung haben vielf\u00e4ltige Auswirkungen auf die Kernbelegschaften, bedrohen deren Status oder erh\u00f6hen den Kostendruck auf diese Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse. Die Einkommensposition und die Arbeitsbeziehungen der so genannten Mittelschichten geraten dadurch nachhaltig unter Druck. Der Stress am Arbeitsplatz nimmt laufend zu. Im neuesten DGB-Index \u201eGute Arbeit\u201c geben 56 % der Befragten an, sehr oft oder h\u00e4ufig gehetzt zu arbeiten, und 17 % arbeiten sehr oft oder h\u00e4ufig au\u00dferhalb der bezahlten Arbeitszeit f\u00fcr ihren Betrieb. Den erschwerten Arbeitsbedingungen steht eine mittelm\u00e4\u00dfige Bezahlung vieler Besch\u00e4ftigter gegen\u00fcber. 43 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit ihrem monatlichen Einkommen nicht oder gerade so \u00fcber die Runden kommen.<br \/>\nDie wachsende Zahl der Soloselbst\u00e4ndigen ist eine weitere Form prek\u00e4rer Arbeitsverh\u00e4ltnisse \u2013 und sie bestehen nicht nur aus Versicherungsmakler*innen und Grafiker*innen. Sie arbeiten als \u201eselbst\u00e4ndige\u201c als K\u00f6chinnen und Kellner in Restaurants und Hotels oder als Maurer und Malerinnen auf Gro\u00dfbaustellen. Unternehmen dr\u00e4ngen ihre Besch\u00e4ftigen oftmals in die Selbst\u00e4ndigkeit, weil sie dabei erhebliche Kosten &#8211; insbesondere die Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge &#8211; einsparen. Kleine Selbst\u00e4ndige und Soloselbst\u00e4ndige sind allerdings nicht nur wegen ihrer finanziell prek\u00e4ren Situation einem besonderen Druck ausgesetzt. Oftmals sind sie abh\u00e4ngig von einem oder wenigen gr\u00f6\u00dferen Kunden, deren Anforderungen sie ausgesetzt sind. Werkvertr\u00e4ge f\u00fchren \u00fcberdies dazu, dass Mehrarbeit nicht abgegolten wird. Im Urlaub stellt sich die Frage nach der Vertretung, die oftmals durch stetige Erreichbarkeit w\u00e4hrend des Urlaubs umgangen wird. Eine l\u00e4ngere Krankheit darf nicht eintreten und w\u00fcrde \u2013 so zumindest die Bef\u00fcrchtung \u2013 zu einem Verlust wichtiger Auftr\u00e4ge f\u00fchren.<br \/>\nDie Situation von Fl\u00fcchtlingen ist besonders prek\u00e4r. Sie sind sowohl in der Wahl ihres Aufenthaltsorts, ihrer Bewegungsfreiheit und in der M\u00f6glichkeit, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, stark eingeschr\u00e4nkt. Psychisch belastend sind zudem unklare Aufenthaltsrechte und die damit verbundene Sorge vor Abschiebung.<br \/>\nEine Folge der zunehmenden Prekarit\u00e4t ist die Zunahme von psychischen Erkrankungen.\u00a0 Zum einen steigt die Zahl der Arbeitsunf\u00e4higkeitstage, zum anderen die Zug\u00e4nge in die Erwerbsminderungsrenten.\u00a0 So ist die Zahl der Rentenzug\u00e4nge in eine Erwerbsminderungsrente aufgrund psychischer Erkrankungen im Zeitraum von 2000 bis 2010 um rund 80% angestiegen. Die gesellschaftlichen Kosten dieses Verschlei\u00dfes von Arbeitskraft sind enorm. Die Kampagne gegen prek\u00e4re Arbeits- und Lebensverh\u00e4ltnisse wird deshalb auch das Thema Verf\u00fcgung \u00fcber Zeit und die gesellschaftliche Notwendigkeit der Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit<\/p>\n<p><strong>Prek\u00e4re Lebensverh\u00e4ltnisse<\/strong><br \/>\nDie verschiedenen Formen prek\u00e4rer Arbeit f\u00fchren in der Regel zu prek\u00e4ren Lebensverh\u00e4ltnissen. Deren Zahl der Menschen, die aus der sozialen und kulturellen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ganz oder teilweise ausgegrenzt werden erh\u00f6ht sich durch Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut. Auch hier verfestigt sich die prek\u00e4re materielle Lage von fast einem Drittel der Bev\u00f6lkerung. Der materielle Mangel versperrt aber auch die kulturellen Lebensm\u00f6glichkeiten und begrenzt die Chancen soziale Beziehungen einzugehen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bis hin zu eingeschr\u00e4nkten Chancen Lebenspartner_innen zu finden, von den allt\u00e4glichen Schikanen ganz zu schweigenPolitische Ausgrenzung<br \/>\nDie \u00f6konomische und soziale Ausgrenzung produziert eine Erosion politischer Willensbildung und Repr\u00e4sentation und f\u00fchrt zu einem hohen und sozial verfestigten Nichtw\u00e4hleranteil, gerade bei Menschen in prek\u00e4ren Lebensverh\u00e4ltnissen. Das stellt die Partei DIE LINKE, deren Zustimmungsgrad in den sozialen Brennpunkten auch heute noch am h\u00f6chsten ist und die sich im besonderen Ma\u00dfe dem Kampf gegen soziale Ausgrenzung und Armut verschrieben hat, vor besondere Herausforderungen. \u201eDenn was sollen noch so moderne und diskursm\u00e4chtige zivilgesellschaftliche B\u00fcndnis- und Crossover-Projekte ausrichten, wenn ca. 8-10 Millionen Menschen au\u00dfen vor bleiben \u2013 und so eine immer latente politische Man\u00f6vriermasse f\u00fcr den bedrohlichen Rechtspopulismus in Europa bleiben?\u201c (Sozialismus 4\/2014).<br \/>\nPolitische Ziele der Kampagne<br \/>\nMit einer l\u00e4ngerfristig angelegten, mehrj\u00e4hrigen Kampagne sollen die prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungs- und Lebensverh\u00e4ltnisse ins \u00f6ffentliche Bewusstsein ger\u00fcckt, skandalisiert und zur Bestandteil der politischen Auseinandersetzung gemacht werden. Die Linke will einen Beitrag dazu leisten, dass die Prekarisierung der Arbeitsbedingungen und der Lebensverh\u00e4ltnisse nicht mehr akzeptiert und hingenommen werden. Gleichzeitig sollen wichtige Forderungen zur Bek\u00e4mpfung prek\u00e4rer Arbeits- und Lebensverh\u00e4ltnisse gesellschaftlich verankert,\u00a0 mehrheits- und durchsetzungsf\u00e4hig gemacht werden. Die Kampagne leistet einen Beitrag zur Beteiligung von Aktivit\u00e4ten, f\u00fcr Aktionen und zur politischen Organisierung, gibt Impulse zur Selbsterm\u00e4chtigung der Betroffenen und st\u00e4rkt die Repr\u00e4sentation der Linken. Sie tr\u00e4gt dazu bei, dass die Betroffenen Selbstvertrauen in ihre politischen Handlungsm\u00f6glichkeiten gewinnen und B\u00fcndnisse mit der so genannt Mitte der Gesellschaft f\u00fcr gemeinsame Forderungen eingehen k\u00f6nnen. Die Kampagne steht so im Zusammenhang mit der gr\u00f6\u00dferen strategischen Aufgabe der LINKEN, einen neuen \u201eAnker\u201c zu entwickeln, der die Spaltung von Prek\u00e4ren \/Erwerbslosen und Kernbelegschaften bearbeitet, der die durch die Agenda2010 verletzten sozialen Rechte in den Mittelpunkt r\u00fcckt, aber nach vorn, in die Zukunft formuliert ist.<br \/>\nZweck der Kampagne nach Innen<br \/>\nDie Konzeption und Anlage der Kampagne soll dazu beitragen, dass die Kampagnenf\u00e4higkeit der Partei verbessert wird und sich aktive Mitglieder das Handwerkzeug zur Konzeption und Durchf\u00fchrung von Kampagnen aneignen k\u00f6nnen. Sie soll exemplarisch die Handlungsm\u00f6glichkeiten der Kreisverb\u00e4nde und Basisorganisationen erweitern und Multiplikator_innen vor Ort ausbilden. Kampagnenarbeit und Organisierung geh\u00f6ren zusammen. \u00dcber Kampagnen k\u00f6nnen sowohl neue und alte Mitglieder in die politische Arbeit eingebunden werden (Kampagnen m\u00fcssen Spa\u00df machen) als auch einen wichtigen Beitrag leisten, dass neue Mitglieder gewonnen und organisiert werden. D.h. die Kampagne tr\u00e4gt zum Parteiaufbau und zur Stabilisierung der Arbeit in den Basisorganisationen und Landesverb\u00e4nden bei. Hierzu werden weiter geeignete Methoden zur Ansprache, Aktivierung und Einbindung von Interessierten in die kontinuierliche Kampagnenarbeit entwickelt.<br \/>\nAnlage der Kampagne<br \/>\nDie Kampagne soll als Dachkampagne angelegt werden, die sp\u00e4ter f\u00fcr eine oder zwei Forderungen in eine Druckkampagne \u00fcbergehen kann. Dachkampagne hei\u00dft, dass auf der Bundesebene ein breiter Rahmen (Slogan, Forderungen, Informationsmaterialien, Aktionsideen) entwickelt wird, das Thema am Anfang eher weit gefasst sein wird (Dach) bevor sp\u00e4ter eine Zuspitzung auf eine oder zwei Forderungen, wie z.B. Verbot von sachgrundlosen Befristungen oder Abschaffung der Sanktionen erfolgen kann. Unter diesem Dach k\u00f6nnen die Basisorganisationen eine regionale Forderung einbringen. Das kann die Skandalisierung eines Betriebes oder einer Branche\u00a0 die besonders hohe prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung hat (Schlachth\u00f6fe in Niedersachsen) oder die Einf\u00fchrung eines Sozialtickets oder Kampf gegen Mietwucher in einem Stadtteil sein. So ist es m\u00f6glich, dass neben der bundesweiten Kampagne zus\u00e4tzlich regionale Schwerpunkte gesetzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDas ist auch f\u00fcr die mediale Rezeption wichtig: es m\u00fcssen lokale Brennpunkte entstehen. Wenn die Dachkampagne steht und die Rahmung stimmt, nehmen die Medien das als eine zusammenh\u00e4ngende Sache wahr: Sozialticket in Freiburg, prek\u00e4re Arbeit in Jena &#8211; beides ist prek\u00e4res Leben und prek\u00e4res Arbeiten. Die kleineren Medien vor Ort wieder nehmen vor allem die Lokaltermine wahr, was ja auch gewollt ist.<br \/>\nDie lokalen Aktivit\u00e4tszentren werden dann zusammengebracht und kommen in einen Austausch. So k\u00f6nnen sie voneinander lernen. Au\u00dferdem macht das Spa\u00df und Mut und wirkt st\u00e4rkend in die lokalen Parteigliederungen zur\u00fcck.<br \/>\nAuf der Bundesebene wird unter Beteiligung der Landesparteien ein Slogan entwickelt. Der Slogan sollte umrei\u00dfen, um was es geht, z.B.\u00a0 gerechte gesellschaftliche Teilhabe f\u00fcr alle; Solidarit\u00e4t statt sozialer Ausgrenzung. In den allgemeinen Slogans sollte auch der transformative Charakter der Kampagne deutlich werden, die an die allgemeine Identit\u00e4t der LINKEN ank\u00fcpft. In der Regel werden auf Kampagnenworkshops brauchbare Slogans entwickelt, die griffig und interessant sind. Gleichzeitig werden z.B. f\u00fcnf zentrale Forderungen entwickelt. Zwei zu prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen (keine Befristungen, Werkvertr\u00e4ge und Leiharbeit,\u00a0 zwei zu prek\u00e4ren Lebensverh\u00e4ltnissen (Mindestsicherung statt Sanktionen) und eine zur Arbeitszeitverk\u00fcrzung (z. B. Sabbaticals). Slogan und Forderungen bleiben die ganze Zeit der Kampagne bestehen und tauchen auf allen Flugbl\u00e4ttern, Plakaten anderen Medien auf. Sp\u00e4ter k\u00f6nnen wir die Kampagne auf eine oder zwei Forderungen zuspitzen (z.B. \u201eWeg mit den Befristungen\u201c).<br \/>\nSlogan, bundesweite Forderungen und erste Aktionsideen werden auf einem bundesweiten Workshop, mit Vertreter_innen der Landesparteien, des KLH, der Stiftung, Aktiven mit Kampagnenerfahrung unter Anleitung professioneller Kampagnenleute entwickelt und dann zur Entscheidungsfindung den Gremien vorgestellt. Die Kampagne soll einen Selbstlauf entwickeln. Daf\u00fcr ist es wichtig, eine Struktur der Aktiven von unten zu etablieren:<br \/>\nDie Erfahrung zeigt, dass top-down-Kampagnen in aller Regel nicht funktionieren. Deshalb sollen in einem zweiten Schritt landesweite Kampagnenworkshops angeboten werden, an denen Vertreter der Kreisverb\u00e4nde teilnehmen, die von Anfang an die Kampagne aktiv f\u00fchren wollen. Mit ihnen wird ein konkreter Kampagnenplan erarbeitet und Aktionsideen entwickelt. Gleichzeitig wird in diesen Workshops Kampagnenwerkzeug vermittelt, so dass Mulitplikator_innen in den Kreisverb\u00e4nden qualifiziert werden.<br \/>\n<strong>Adressat der Kampagne<\/strong><br \/>\nDer Erfolg jeder Kampagne h\u00e4ngt wesentlich davon ab, dass die Forderungen einen klaren Adressaten haben (Gegner- oder Gegen\u00fcberbezug). In unserem Falle k\u00f6nnen die Adressaten nur die Regierung oder das Kapital sein.<br \/>\nAls Partei liegt es zun\u00e4chst nahe, den politischer Gegner zu adressieren: die gro\u00dfe Koalition, die die Missst\u00e4nde nicht beseitigt, nicht die notwendigen Regelungen schafft, sich gegen die Forderungen der Kapitalseite nicht durchsetzt. In Bezug auf die SPD m\u00fcsste es eine Doppelstrategie geben: Angriff und Umarmung. Wir kritisieren sie f\u00fcr das, was sie nicht macht, wo sie die Politik von Merkel oder eigene alte Fehler fortsetzt. Vor Ort aber gibt es Angebote, gemeinsame Aktionen zu machen.<br \/>\nIm Rahmen der Kampagne m\u00fcssen Skandalisierungen geschaffen werden. Skandalisierung, die gegen die Repr\u00e4sentanten des Kapitals gerichtet sind. Firmen oder Konzerne m\u00fcssen angegriffen werden, die in die Ecke gestellt werden k\u00f6nnen: \u201ehier ist eine \u201eeine Grenze \u00fcberschritten!!\u201c Am Ende steht: \u201eHier werden andere Regelungen gebraucht. Wo ist die Politik? Die tun nix. Zeit dass wir was gemeinsam tun.\u201c<br \/>\nF\u00fcr die Anfangszeit und f\u00fcr die lokalen Schwerpunkte sind also auch strukturell zwei Adressaten bzw. lokal spezifische Adressaten (nicht mehr als je einer) m\u00f6glich.<br \/>\nEin zeitlicher Horizont f\u00fcr die Kampagne k\u00f6nnte daher die Bundestagswahl 2017 sein, zumindest f\u00fcr den Abschluss einer Kampagnenperiode.<br \/>\nRecherche und Vorbereitung der Kampagne<br \/>\nIm Vorfeld ist es notwendig das Thema aufzuarbeiten, Material zu sammeln, Brosch\u00fcren und Pr\u00e4sentationen zu erstellen, die als Bildungsmaterialien vor Ort eingesetzt werden k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren auch Filme, Comics usw. Ebenso m\u00fcsste ein Referentenpool zusammengestellt werden, damit in den Kreisverb\u00e4nden Veranstaltungen f\u00fcr Mitglieder und Interessierte durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Hierbei kann die Stiftung eine wichtige Rolle spielen.<br \/>\nInterne Kommunikation<br \/>\nDie Dynamik, insbesondere einer bundesweiten Kampagne ist entscheidend von der internen Kommunikation abh\u00e4ngig. Es muss gew\u00e4hrleistet werden, dass auf dem Internet ein eigner Kampagnenblog eingerichtet wird, auf dem alle wichtigen Materialien eingestellt werden, ebenso alle Aktivit\u00e4ten, die vor Ort durchgef\u00fchrt werden, eine Aktionsb\u00f6rse, \u00f6ffentliche Resonanz, usw. Dadurch wird kommuniziert, dass sich bei der Kampagne immer irgendwo etwas tut, wenn auch nicht immer gleichzeitig. Gleichzeitig lernen die Basisorganisationen von den anderen und k\u00f6nnen interessante Aktionen und Aktivit\u00e4ten \u00fcbernehmen oder weiterentwickeln. Daf\u00fcr m\u00fcssen vor dem Start der Kampagne die technischen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden.<br \/>\nDezentrale und zentrale Aktionen<br \/>\nDie Erfahrung zeigt, dass im Rahmen einer guten Kampagne zahlreiche Aktionsideen entstehen, bereits eingef\u00fchrte, aber auch neue originelle. Bereits in den Workshops werden zahlreiche Aktionsideen gesammelt und in einer B\u00f6rse gesammelt, die allen Akteuren zug\u00e4nglich ist. Die Aktionen und Aktivit\u00e4ten m\u00fcssen so gestaltet sein, dass es sowohl eine Auswahl f\u00fcr kleine Kreisverb\u00e4nde mit wenigen Aktiven (Postkarten, Oster- Weihnachtsaktionen auf Einkaufsstra\u00dfen, usw.) gibt, als auch f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Basisorganisationen, die sichtbarere Aktionen entwickeln und durchf\u00fchren k\u00f6nnen (Performance auf der Haupteinkaufsstra\u00dfe, Protestaktionen, usw.). Zweimal im Jahr k\u00f6nnen wir einen Aktionstag oder eine Aktionswoche ausrufen, an dem sich alle beteiligen und sichtbar wird, dass wir eine bundesweite Partei mit Mobilisierungskraft sind.<br \/>\nDie Aktionen selber sollen so beschaffen sein, dass sie den Akteuren auch Spa\u00df machen, zu mitmachen einladen und Mut f\u00fcr die n\u00e4chste Aktion machen.<br \/>\nSoziale Netzwerke<br \/>\nWenn es gelingt, w\u00e4hrend einer Kampagne soziale Netzwerke zu aktivieren, die bei einzelnen Elementen bzw. Aktionen der Kampagne mitmachen, erh\u00f6ht das massiv die Reichweite. Soziale Netzwerke sind Personen, Gruppen, Gewerkschaften, Verb\u00e4nde, die ganz oder teilweise gleiche Interessen an der Kampagne haben. Es ist Bestandteil der Kampagnenworkshops zu sammeln, wer zu einem solchen sozialen Netzwerk geh\u00f6ren kann und zu besprechen, wen wir aktivieren wollen, bzw. k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Was bringt die Kampagne der Partei?<\/strong><br \/>\nDie Kampagne soll zur Profilbildung beitragen: sowohl inhaltlich, aber auch was die strategische Aufstellung der Partei und ihre Verankerung in gesellschaftlichen B\u00fcndnissen angeht. Dabei kann sie dazu beitragen, aus der Vielfalt der Themen und Forderungen der LINKEN, die in den Programmen und parlamentarischer oder AG-Arbeit erarbeitet werden \u201elebendig\u201c zu machen und in gesellschaftliche Auseinandersetzungen einzuspeisen. Dar\u00fcber hinaus gewinnt die Partei \u00fcber die Kampagne \u00f6ffentliche Ausstrahlung und Aufmerksamkeit und Themen \/ Profil f\u00fcr anstehende Wahlen.<br \/>\nSchlie\u00dflich tr\u00e4gt die Kampagne zur Mitgliedergewinnung bei. Die meisten Mitglieder gewinnt die LINKE, wenn sie aktiv ist und \u201ePolitik macht\u201c und \u00f6ffentlich wie lokal wahrgenommen wird .<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1005&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/index.php?rest_route=wpv2posts1005&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/www.betriebundgewerkschaft-bw.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diskussion \u00fcber das Projekt Parteientwicklung hat begonnen und die Diskussion \u00fcber das von uns vorgelegte Papier ist in einigen Landesverb\u00e4nden in Gang gekommen und hat zum Teil die Parteigliederungen erreicht. 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